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STI: Das unterschätzte Risiko

In ihren Veranstaltungen in Schulen stellen die Ärztinnen der ÄGGF immer wieder fest: Das Wissen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ist unzureichend.

In ihren Veranstaltungen in Schulen stellen die Ärztinnen der ÄGGF immer wieder fest: Das Wissen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ist unzureichend.

Dies bestätigen auch die großen Jugendbefragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Laut der Repräsentativerhebung „AIDS im öffentlichen Bewusstsein 2014“ hat zwar HIV/AIDS einen hohen Bekanntheitsgrad in unserer Bevölkerung, gleichzeitig ergab die Studie aber ein erhebliches Defizit hinsichtlich des Bekanntheitsgrades der sieben weiteren in Deutschland relevanten STI.

Wir müssen davon ausgehen, dass durch mangelnde Aufklärung und Unkenntnis wichtige primärpräventive Angebote wie Impfungen und Screeninguntersuchungen sowie der Schutz durch Safer Sex nicht ausreichend wahrgenommen werden. Dabei sind vor allem die weitestgehend unbekannten aber durchaus folgenschweren STI wie Infektionen mit Chlamydien (Risiko der Unfruchtbarkeit) und HPV (Risiko der Krebsentstehung bei anhaltender Infektion) bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahre besonders häufig.

Aus diesem Grund startete die ÄGGF mit Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) an Schulen ein deutschlandweites Projekt zur Primär- und Sekundärprävention von sexuell übertragbaren Infektionen (STI)

Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse. In den nächsten 3 Jahren sollen im Rahmen des Projekts ca. 20.000 Schülerinnen und Schüler in 1500 geschlechtsgetrennten Informationsstunden erreicht werden.

Teilziele des Projektes: (auf Individualebene)

·       Wissenszuwachs zum Thema STI

·       Stärkung der Handlungskompetenz:

  • Einschätzen von Übertragungsrisiken/riskantem Verhalten
  • Verhütungsmethoden/Schutzmaßnahmen (Safer Sex/Impfen) kennen und anwenden
  • Erkennen von Symptomen
  • Wie spreche ich mit meinem Partner/meiner Partnerin darüber?
  • Vertraut machen mit den für Jugendliche/junge Erwachsene geeigneten Angeboten und Vorgehensweisen von Beratungsstellen/ärztlichen Praxen

Oberziele des Projektes: (Public Health Relevanz)

·       Senkung der Inzidenz von STI

·       Nutzung geeigneter Verhütungsmaßnahmen

·       Höhere Inanspruchnahme von Beratungsangeboten, Hemmschwellen abbauen

·       Erhöhung der Impfraten (Hep. B und HPV)

·       Schnellerer Therapiebeginn

·       Rezidivvermeidung

·       Verringerung schwerwiegender Folgen

·       Entstigmatisierung und Enttabuisierung des Themas STI

Ein weiteres Ziel der Maßnahme ist die Erstellung, modellhafte Erprobung und Evaluation einer ärztlichen STI-Unterrichtseinheit an Schulen im Sinne von „Good Practice“, die dann auch von anderen an der STI-Primärprävention interessierten Ärztinnen und Ärzten aus Klinik und Praxis durchgeführt werden kann.

Sollten Sie als Ärztin oder Arzt Interesse an einer Projektbeteiligung oder ÄGGF-Mitarbeit haben, finden Sie hier weitere Informationen.

ÄGGF vor Ort

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78.000 Kinder + Jugendliche
hat die ÄGGF in 2016 erreicht