Chlamydien: Das unterschätzte Risiko

Infektionen mit Chlamydia trachomatis gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Da in Deutschland – außer in Sachsen – keine Meldepflicht besteht, kann die Zahl der jährlichen Neuinfektionen nur geschätzt werden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind 6-7-% der 15- bis 24-jährigen sexuell aktiven Frauen und bis zu 19% der 15-bis 29-jährigen sexuell aktiven Männer betroffen. (RKI, Epidemiologisches Bulletin 46/2013)

Aber nicht nur die hohe Zahl der Infektionen macht Chlamydien als "heimliche Seuche" so tückisch..

Chlamydien rufen häufig keine spürbaren Krankheitszeichen hervor, deshalb übertragen viele Frauen und Männer die Krankheit, ohne es zu wissen. Zum Teil mit fatalen Folgen: die Bakterien führen unbehandelt in bis zu 30% der Fälle zu einer aufsteigenden Infektion mit Entzündungen und Verschluss der Eileiter, in 20% dieser Fälle kann das sogar zu Unfruchtbarkeit führen...

Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, sind in Deutschland zehntausende Frauen aufgrund einer Chlamydien-Infektion unfruchtbar. Auch deshalb war die ÄGGF Mitinitiatorin des 2008 in Deutschland eingeführten Chlamydienscreenings - eine von den gesetzlichen Krankenkassen getragene, jährliche Untersuchung junger Frauen vom 15. bis zum 25. Lebensjahr. Durch anatomischen Besonderheiten am Gebärmuttereingang hat diese Altersgruppe ein deutlich erhöhtes Risiko, sich beim Geschlechtsverkehr anzustecken.

Die gute Nachricht: Frühzeitig entdeckt ist die Infektion gut zu behandeln, eine Partneruntersuchung/-behandlung wird empfohlen.

Und die Ärztinnen der ÄGGF engagieren sich weiter, damit spätere Kinderwünsche nicht unerfüllt bleiben müssen.

Wir setzen auch hier vor allem auf Prävention und Sensibilisierung, in dem wir Wissen vermitteln, Gefahren aufzeigen und über Schutzmaßnahmen und -angebote informieren. Unsere Ärztinnen gehen in die Schulen und klären auf

  1. ... welche Gefahr von Chlamydien ausgeht
  2. ... wie Chlamydien übertragen werden
  3. ... wie man sich wirksam vor Chlamydien schützen kann
  4. ... welche Unterstützung die Ärzte vor Ort für die Erkennung und Behandlung von Chlamydien bieten

Darüber hinaus sprechen wir, je nach Altersgruppe, mit den Jugendlichen auch über andere sexuell übertragbare Krankheiten und sensibilisieren die jungen Menschen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem Körper und ihrer Sexualität.

Mehr über die Inhalte unserer Ärztinnen-Informationsstunde erfahren Sie hier.

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