Schwanger! Mein Kind trinkt mit. Alkohol? Kein Schluck-Kein Risiko!

In Deutschland haben über 10.000 Babys pro Jahr ihren ersten folgenschweren Alkoholrausch schon vor der Geburt.

Jede Stunde kommt in Deutschland ein Baby mit unheibaren Schäden zur Welt, die es sein Leben lang zu tragen hat und die ihm die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben nehmen. Und all das nur, weil seine Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat. Eigentlich ist Deutschland ein hochentwickeltes Industrieland mit hervorragender medizinischer Versorgung und guten Bildungschancen. Und eigentlich sollte man davon ausgehen können, dass es in Deutschland ein ausreichendes  Bewusstsein dafür gibt, dass jeder Schluck Alkohol für das Ungeborene ein Risiko bedeutet. Trotzdem wird circa jedes 70. Baby mit den unheilbaren Schäden des fetalen Alkoholsyndroms (FASD) geboren. Damit ist FASD wie in vielen anderen Ländern die häufigste nicht genetisch bedingte Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige und psychische Behinderungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen, sowie schwere Verhaltensauffälligkeiten von Kindern. Also tut frühzeitige Aufklärung Not: Kein Schluck, kein Risiko!

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert deshalb für drei Jahre das von der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) initiierte FASD-Präventions-Projekt in Schulen im Vorfeld von Schwangerschaften.

Kein Schluck-Kein Risiko

FASD ist bei konsequentem Alkoholverzicht in der Schwangerschaft zu 100% vermeidbar.  Deshalb ist es für die Prävention von FASD entscheidend wichtig, junge Menschen schon in den Jahren vor Eintritt einer Schwangerschaft über FASD zu informieren. Denn während der Pubertät und Adoleszenz werden entscheidende Weichen für das spätere Verhalten gestellt. Bisher existierte in Deutschland kein systematisches  Projekt, das Heranwachsende gezielt über die FASD-Problematik informiert. Auch findet man in den Lehrplänen der allgemeinbildenden Schulen nichts zu FASD-Aufklärung und Prävention .

Deshalb setzt das ÄGGF-Präventionsprojekt zur Senkung der zukünftigen FASD-Inzidenz genau hier an.

Die 90-minütigen ÄGGF-Ärztinneninformationsstunden zur Gesundheitsförderung und Prävention im Klassenverband unter dem Motto: „Informieren - Motivieren - Kompetenzen stärken“ wurden auf das Thema „Primärprävention von FASD für Jugendliche im Setting Schule“ ausgerichtet. Unter sozialkompensatorischen Aspekten werden ausschließlich die 8.-13. Klassen an Haupt/Mittel-, Sekundar/Real-, Gesamt- und Berufsschulen aufgesucht. Begleitend sollen Lehrkräfte und Eltern der genannten Zielgruppen informiert werden.

FASD begreifen

Eine besonders hilfreiche Unterstützung im Sinne von „anschauen und begreifen“ bietet hierbei die neue, von einer ÄGGF-Ärztin speziell für den Unterricht entwickelte FAS-Puppe, FASI, die allen 75 ÄGGF-Ärztinnen dank einer Spende von Sternstunden e.V. zur Verfügung steht. Ohne abschreckend zu wirken, zeigt sie viele typische äußere Merkmale eines Babys mit FAS (kleiner Kopf, sehr dünne Arme und Beine, Gesichtsveränderungen mit tief sitzenden Ohren, verkürztem Nasenrücken, inneren Lidfalten, sehr schmaler Oberlippe und fehlender Rinne zwischen Oberlippe und Nase). Sie besitzt einen weichen Stoffkörper, so dass sie sich gut anschmiegt, gerne in den Arm genommen wird und damit positive Emotionen im Sinne von „schützen“ und „verhindern wollen“ hervorruft.

Im Rahmen der dreijährigen Laufzeit des Projekts sollen in 1200 Informationsveranstaltungen 12.000 - 15.000 TeilnehmerInnen erreicht werden.

Zur Förderung der Nachhaltigkeit erhalten alle TeilnehmerInnen am Ende der Veranstaltung den im Rahmen des Projekts entwickelte Flyer:

Schwanger! Mein Kind trinkt mit. Alkohol? Kein Schluck-Kein Risiko!

Besonderer Wert wurde hierbei neben der Darstellung der unterschiedlichen möglichen Auffälligkeiten und Behinderungen auch auf die Vermittlung von Einschränkungen/Probleme der Betroffenen im Bereich der Sozialkompetenz gelegt

Zur Unterstützung der Handlungskompetenz und multiplikativen Wirkung wurden typische Situationen in Form von Bildern und FAQs sowie Handlungsempfehlungen erstellt.

Weitere Informationen zum FASD-Projekt

Wenn Sie sich weiter über das fetale Alkoholsyndrom und das FASD-Projekt informieren möchten, können Sie unter folgenden Links die Internetauftritte des FASD-Projekts in Nordbayern und Deutschland finden:

FASD Nordbayern

FASD Deutschland

Die Schauspielerin Sophie Schütt unterstützt unser FASD-Projekt und hofft, dass es viele Menschen erreichen wird.

"Von dem Moment der Empfängnis an bin ich Mama, und trage Sorge für mein Baby. Als Mama weiß ich, wie glücklich es macht, ein gesundes Baby auf die Welt zu bringen. Alkohol schadet der Gesundheit des ungeborenen Kindes, deswegen ist es wichtig KEINEN Alkohol in der Schwangerschaft zu trinken! Und deshalb ist so wichtig, dass hierüber alle, also auch schon Jugendliche, möglichst früh informiert werden. Und es ist wichtig, dass wir den schwangeren Frauen in unserer Umgebung helfen, sie unterstützen und KEINEN Alkohol anbieten!
KEIN SCHLUCK-KEIN RISIKO"

Aktuell

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Einblicke

Fakten

über 2 Mio. Kinder und
Jugendliche hat die ÄGGF
seit Gründung erreicht