Unterricht zum Thema FASD

Ärzt*innen bringen Gesundheitsbildung ins Klassenzimmer Infor­ma­ti­ons­stunden für Schü­ler*innen

Die Pubertät stellt sowohl Kinder und Jugendliche als auch ihr Umfeld vor große Herausforderungen. Über Pubertätsprobleme zu reden, fällt schwer und Gespräche über Sexualität empfinden viele als peinlich. Eigentlich – so meint man – bietet das Internet doch Informationen zu allen Themen. Weil die vielfältigen Antworten aber oft widersprüchlich und selten verlässlich sind, werden die eigenen Fragen meist gar nicht beantwortet. Hier hilft die ÄGGF beim Sortieren der Informationen – und kommt zum Gespräch direkt ins Klassenzimmer. 

Die ÄGGF ergänzt die schulische Gesundheits- und Sexualerziehung durch das Angebot einer ärztlichen Informationsstunde. Der Vorteil: Die Kinder und Jugendlichen begegnen im vertrauten Rahmen der eigenen Klasse einer Ärztin/einem Arzt und können ihre persönlichen Fragen zu Themen wie Pubertät, Sexualität und Gesundheit stellen. 

Die Ärzt*innen geben den Gesprächsanstoß und vermitteln den Jugendlichen, was sie für den gesunden und verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Körper wissen sollten – besonders im Hinblick auf ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit. Sie zeigen einfühlsam, dass auch schambesetzte Themen besprochen werden können – natürlich unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht. Mit verlässlichem medizinischen Wissen, Erfahrung und viel Verständnis für die Kinder und Jugendlichen klären die Ärzt*innen über gesundheitliche Risiken auf, ohne mahnend den Zeigefinger zu heben. Sie helfen, das Bewusstsein für den eigenen Körper zu steigern und die Eigenmotivation für gesundheitliche Vorsorge zu stärken. 

Das Präventionskonzept der ÄGGF sieht eine Entwicklungsbegleitung vor: Wir passen unsere Themen an die jeweiligen Bedürfnisse der Teenager an.

Schwerpunktthemen unserer Veranstaltungen:

Abhängig vom Alter und jeweils angepasst an Auffassungsgabe, Entwicklungsstand, Interessen, Lebenssituation und den kulturellen Hintergrund umfassen unsere Themen:

  • Körperliche und seelische Veränderungen in der Pubertät
  • Sorge um die eigene "Normalität" und Körperakzeptanz
  • Körper- und Intimhygiene
  • Bau und Funktion der Geschlechtsorgane
  • Sexualität, sexuelle Selbstbestimmung, Orientierung und Identität
  • Empfängnisverhütung/Notfallverhütung
  • Ungeplant schwanger – wie kann es weitergehen?
  • Verhütung sexuell übertragbarer Infektionen
  • Jugendgesundheitsuntersuchung J1 und J2
  • Impfungen
  • Alkohol- und Nikotinkonsum (auch in der Schwangerschaft)

 

Gesundheitsbildung für alle – aber individuell 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Schüler*innen es bevorzugen, wenn die ärztliche Informationsstunde jeweils in einer geschlechtshomogenen Gruppe stattfindet. 
Gelegentlich treffen wir Kinder und Jugendliche, die sich unter bestimmten Aspekten sowohl den Mädchen als auch den Jungen oder keiner dieser Gruppen zugehörig fühlen. Ihnen bieten wir an, sich individuell der Gruppe zuzuordnen, von der sie sich den größten Informationsgewinn versprechen. 

Wissenswertes für Lehrkräfte zur Organisation der ärztlichen Informationsstunde

  • Die ärztliche Informationsstunde basiert auf einem professionellen didaktischen Konzept, ausgelegt auf eine Doppelstunde (90 Minuten)
  • Es bietet sich an, die Veranstaltung im Rahmen der Sexualerziehung einzubetten. Sie eignet sich als Einstieg, aber genauso gut zwischendrin oder als Abschluss.
  • In den Klassenstufen 5-8 führen wir die Veranstaltungen geschlechtsgetrennt nach Mädchen und Jungen durch. Dieses Konzept hat sich vielfach bewährt. In der 4. und ab der 9. Klasse sind koedukative (nicht nach Geschlecht getrennte) Veranstaltungen möglich.
  • Wir möchten den Fahraufwand möglichst ökonomisch halten. Deshalb freuen wir uns, wenn mehrere interessierte Gruppen möglichst hintereinander auf einen Tag gelegt werden können
  • Bitte organisieren Sie - falls möglich - einen Raum, in dem die Ärztin/der Arzt auch bei Terminen mit weiteren Klassen bleiben kann
  • Die Ärztin/der Arzt ist zeitig genug im Sekretariat, um nötige Informationen zu erhalten und wird gern von Ihnen in die Klasse zur Begrüßung und Vorstellung begleitet
  • Wenn Sie uns Ihre Schüler*innen anvertrauen, sind wir gern mit der Gruppe allein. Das erzeugt eine Art Sprechstundenatmosphäre und es werden dabei eher persönliche Fragen gestellt
  • Gern besprechen wir mit Ihnen im Anschluss die Themen und eventuelle Besonderheiten, soweit sie nicht unter die ärztliche Schweigepflicht fallen
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