Den Grundstein für die Aufklärung gelegt Historie

Bereits Ende der 1940er Jahre begann unsere Gründerin, die Frauenärztin Dr. Judith Esser-Mittag (1921-2020), „Aufklärungsstunden“ für Berufsschülerinnen zu Themen wie Schwangerschaft, Geburt und Geschlechtskrankheiten zu halten.
Ob Monatshygiene, Menstruation oder weiblicher Zyklus – sie vermittelte medizinisches Wissen zu Frauen- und Familienthemen. Dr. Esser-Mittag weitete – später gemeinsam mit einer Kollegin – ihr Engagement kontinuierlich aus, um möglichst viele Frauen lebensnah und praxisorientiert zu Gesundheitsthemen aufzuklären. Sie konzentrierten sich zunächst auf Fabrikarbeiterinnen, Frauen von Bergarbeitern sowie Frauen in Sportvereinen. Von Beginn an war Dr. Esser-Mittag und den Kolleginnen klar, dass sie die Frauen in ihrem sozialen Umfeld aufsuchen mussten, um ihr Wissen weiterzugeben.

 

Der Verein wird gegründet

Die „Aufklärungsstunden“ waren beliebt und schnell kamen durch Mundpropaganda viele ärztliche Informationsveranstaltungen dazu. Und auch weitere Ärztinnen beteiligten sich, so dass 1956 der Verein „Gesellschaft zur Gesundheitspflege der Frau e.V.“ gegründet wurde.

Der Durchbruch des gemeinnützigen Vereins ließ nicht lange auf sich warten. Als eine der Ärztinnen für eine Beratung in die Schule gerufen wurde, war der Weg geebnet, eine größere Gruppe junger Frauen und auch Mädchen an einem Ort anzutreffen.

Die Ärztinnen verlagerten dann immer mehr den Fokus hin zu den jüngeren Schülerinnen, denn ihrer Ansicht nach war der sicherste Weg zur Gesundheitsvorsorge ein frühzeitiger Beginn der Wissensvermittlung und Aufklärung. 1960 waren bereits 11 Ärztinnen für den Verein aktiv.

Von der Gesundheitspflege zur Gesundheitsförderung


1980 wurde die Gesellschaft zur Gesundheitspflege in „Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau“ umbenannt. Der Begriff Gesundheitspflege schien nicht mehr so passend und die Arbeit, die von den Ärztinnen geleistet wurde,  ging weit über das Thema Körper- und Gesundheitspflege hinaus.

Die aufsuchende, ärztliche Präventionsarbeit umfasste auch, gesundheitliche Risiken und Wege der Vorbeugung aufzuzeigen. Unter anderem der zeitgleich stattfindende gesellschaftliche Wandel und die sexuelle Revolution hatten ganz neue Herausforderungen mit sich gebracht.

„Wir betraten Neuland, es gab keine Organisation mit vergleichbaren Zielen. Sogar der Begriff „Gesundheitsförderung“ war damals unbekannt.“ 

Dr. med. Judith Esser Mittag

ÄGGF wird zur Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung

2013 schließlich wurde die ÄGGF in Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. umbenannt. Der Fokus richtet sich seitdem nicht mehr nur auf Mädchen und Frauen, sondern auf Kinder und junge Erwachsene. Inzwischen hat sich die ÄGGF zu einer deutschlandweit agierenden Organisation entwickelt, die fester und anerkannter Bestandteil der Präventionslandschaft ist. 

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