Frühzeitig über das fetale Alkoholsyndrom und seine Folgen aufklären FASD-Prä­ven­ti­ons­projekt mit Stern­stunden e.V.

Jährlich werden in Deutschland über 3.000 Kinder mit dem Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) und circa 10.000 weitere Kinder mit partiellen FAS-Schäden geboren – ausgelöst durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. Damit ist FASD in Deutschland die häufigste nicht genetisch bedingte Behinderung bei Neugeborenen. Besonders tragisch daran: FASD ist zu 100% vermeidbar, wenn Frauen in der gesamten Schwangerschaft keinen Schluck Alkohol trinken. Allerdings existiert ganz offensichtlich noch kein ausreichend verlässliches Wissen zu den gravierenden Folgen auch geringer Mengen Alkohol in der Schwangerschaft und der sicheren Vermeidung von FASD.

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft

Der Konsum von kleineren Alkoholmengen in der Schwangerschaft ist bisweilen in allen gesellschaftlichen Schichten gängig und oft leider noch immer akzeptiert. Studien zeigen in erschreckender Weise, dass moderater Alkoholkonsum in der Schwangerschaft in der Gruppe der Akademikerinnen am höchsten ist. Circa 20% aller Schwangeren konsumieren auch nach Kenntnis der Schwangerschaft weiterhin Alkohol. Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch höher. Etwa 15% aller Schwangeren trinken sogar regelmäßig Alkohol.

Die ÄGGF hat sich deshalb schon lange zur Aufgabe gemacht, bereits in den Schulen ab der 4. Klasse und damit deutlich im Vorfeld eigener Schwangerschaften mit der Aufklärungsarbeit zu FASD und dessen sicherer Vermeidung  zu beginnen. Durch wiederholte entwicklungsbegleitende Besuche in folgenden Jahrgangsstufen, soll das Wissen vertieft und die Verhaltensabsichten gefestigt werden.  Denn schon früh werden die Weichen für ein gesundheitsbewusstes Verhalten für das weitere Leben gestellt. Wir erleben insgesamt bei den Schüler*innen großes Interesse am Thema und haben das Gefühl, dass sie sehr motiviert sind, das Wissen auch weiterzugeben.

Unsere FASD-Aufklärungsarbeit trägt Früchte. In den Veranstaltungen stellen unsere Ärzt*innen fest, dass immer öfter Schüler*innen schon einmal etwas zum Thema „FASD“ gehört haben bzw. zumindest deutlich mehr von ihnen schon zu Beginn der Veranstaltung sehr vehement sagen, dass eine Schwangere keinen Alkohol konsumieren sollte. Trotzdem bleibt noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten und in den letzten zwei Schuljahren ist durch den häufigen coronabedingten Wegfall der Sexualaufklärung in den Schulen auch das Thema FASD-Primärprävention entfallen. 

Deshalb werden wir mit Unterstützung von Sternstunden e.V. unsere Anstrengungen noch einmal deutlich verstärken. Geplant sind 1.800 Schüler*innen-Veranstaltungen deutschlandweit für 2022 und 2023.

Ärztliche Informationsstunden zum Thema "FASD"

Die Ärzt*innen der ÄGGF informieren Schüler*innen der Klassenstufen 4-13 über Alkohol und seine Folgen und veranschaulichen, welche Auswirkungen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auf das Ungeborene hat. Unter dem Motto „Anschauen und Begreifen“ arbeiten wir mit der von uns entwickelten und von Sternstunden 2014 für alle Ärzt*innen finanzierten FASD-Puppe „FASI“.  Schüler*innen können hieran sehr deutlich eine Reihe körperlicher Symptome erkennen. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsene für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol allgemein und im Speziellen frühzeitig im Vorfeld eigener Schwangerschaften zu sensibilisieren – für sich persönlich und im Kontakt mit anderen. 

 

 

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